Vier Tage ist es nun her seit wir auf Island gelandet sind. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation muss sich jeder, der aus einem Risikogebiet nach Island einreist, direkt nach Ankunft für 5-6 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Man darf noch seinen Mietwagen abholen, muss dann aber auf direktem Wege zur Unterkunft fahren, die ebenfalls gewisse Voraussetzungen, wie z. B. eigene Hygieneeinrichtungen und einzelne Betten für jeden Reisenden, erfüllen muss.
Da man auch nicht zum Einkaufen fahren darf, haben wir vorab online Lebensmittel für die ersten Tage bei einem Supermarkt im nahe gelegenen Örtchen Selfoss bestellt. Der Gastgeber der Unterkunft, die wir eigentlich gebucht hatten, dessen Name Erlingur ist, hatte sich netterweise bereit erklärt, die Einkäufe für uns abzuholen und zu unserem Haus zu fahren. Auch nachdem wir kurzfristig umbuchen mussten, da Erlingur uns ja leider nicht mehr beherbergen konnte, war er dennoch sofort bereit, die Einkäufe zu unserem neuen Haus zu fahren.
Dort angekommen erwartete uns unsere Quarantäne-Verpflegung also schon vor der Haustür.

Sieben Tüten für fünf Tage – ich denke, das sollte reichen.
Glücklicherweise erhielten wir gleich am Tag unserer Ankunft abends noch die Mitteilung, dass wir am Donnerstag, also genau nach fünf Tagen, zum zweiten Test dürfen. Bei negativem Ergebnis ist die Quarantäne beendet und wir können endlich los, die Insel erkunden.
Aber was macht man nun fünf Tage lang, eingesperrt in einem Haus mitten im Nirgendwo auf Island, fragen sich bestimmt einige von euch. Kurz zusammengefasst: im Hot Tub baden, Island Pferde streicheln und Schneehühner beobachten…ach ja, und viel essen. Gefühlt essen wir den ganzen Tag so vor uns hin, aber was soll man auch sonst großartig machen, wenn noch dazu das Wetter mittlerweile mehr als bescheiden geworden ist.
Aber der Reihe nach: Nachdem uns Island mit strahlendem Sonnenschein und einer klaren Nacht voller tanzender Polarlichter empfangen hat, war uns nur noch ein weiterer sonniger Tag vergönnt ehe das Wetter dann umschlug in eine Mischung aus Wind, Regen und dickem Nebel. Die letzten Sonnenstunden nutzten wir für eine erste Erkundungstour (Spaziergänge in unmittelbarer Nähe der Unterkunft sind auch während der Quarantäne erlaubt). Auch Drohni durfte zu einem ersten Rundflug starten.


Nachdem wir zurück waren, war es nun auch endlich an der Zeit, mal den Hot Tub auf unserer Veranda einzulassen und ausgiebig zu testen.


Im weiteren Verlauf unserer Quarantäne-Zeit wurde das Wetter leider von Tag zu Tag schlechter, was uns jedoch nicht davon abhielt, wenigstens einmal täglich das Haus für einen kleinen Spaziergang zu verlassen.
Am Montag war der äußerst spannende Anlass dafür das Ausfindigmachen des Platzes, an dem die Mülltonnen stehen, zu denen wir unseren Müll bringen können. Da die Beschreibung von Xavier „drive down the road a little distance and you will find them on the right“ nicht allzu aussagekräftig war, machten wir uns einfach mal auf den Weg und fanden auch einen Ort, der möglicherweise so aussah, als könnten dort sonst Müllcontainer stehen.

Leider tauchten dort allerdings auch in den folgenden Tagen keine Container mehr auf, sodass wir wohl morgen mal zum nächsten Recyclinghof fahren werden.
Der Spaziergang hat sich aber dennoch gelohnt, denn ein Stück weiter die Straße runter, sind wir zum ersten Mal Islandpferden begegnet. Sandra und Simone, beide Pferdenärrinnen, waren sofort hellauf begeistert. Aber auch mich, die in dieser Hinsicht sonst eher zurückhaltend ist, hatten die kleinen zottligen Pferde schnell um den Finger gewickelt. Und so kam es, dass der Besuch bei unseren neuen vierbeinigen Freunden in den nächsten Tagen fest in den Alltag integriert wurde.





Ansonsten herrscht hier weitestgehend Stille, man sieht und hört keine anderen Menschen und auch Tiere gibt es nur sehr vereinzelt, von den Islandpferden und diesen weißen, in der kahlen Umgebung kaum zu übersehenden, Vögeln mal abgesehen.


Alpenschneehühner – die sonst eher scheuen Bergbewohner sind hier beinahe zutraulich und oft direkt vor oder auch mal auf unserem Haus zu beobachten.
Dieses Exemplar besaß sogar die Dreistigkeit, sein Geschäft in unserem Hot Tub zu hinterlassen (zum Glück war gerade kein Wasser darin).

Ja und so vertreiben wir uns hier ganz gut die Zeit, es ist weniger langweilig als gedacht und auch das Wetter macht es uns leicht, zu Hause zu bleiben. Dennoch steigt die Vorfreude auf morgen, denn dann dürfen wir endlich zum zweiten Corona-Test in die Hauptstadt Reykjavík. Hoffentlich bekommen wir schnell das (negative) Ergebnis, dann können wir morgen sogar noch zum Einkaufen und für Sandra und Simone steht möglicherweise schon der erste Ausritt mit den Islandpferden an.

