Snaefellsnes

Nachdem wir gestern endlich unser negatives Ergebnis vom zweiten Corona-Test hier in Island bekommen haben, ging es heute endlich los.

Unsere erste Tour führte uns auf die ca 1,5 h nördlich der Hauptstadt Reykjavík gelegene Halbinsel Snaefellsnes. Wie aus den letzten Tagen nicht anders gewohnt, wurden wir auch dort mit unserem neuen „Lieblingswetter“ Sprühregen empfangen.

Eigentlich hatte man auf weiten Teilen der Hinfahrt mal wieder wenig bis keinerlei Sicht und sobald man anhält und aus dem Auto aussteigt, muss man aufpassen, dass es nicht die Türen wegweht.

Unser erstes Ziel war der auch aus der Serie „Game of thrones“ bekannte Pfeilspitzenberg Kirkjufell und der daneben gelegene Wasserfall Kirkjufellsfoss. Der sonst angeblich stark frequentierte Ort empfing uns mit leerem Parkplatz, was wohl zum Teil am Wetter, aber vor allem an der aktuell eher schwierigen Reisesituation liegen dürfte.

Bevor wir ausgestiegen sind, haben wir alles an wasserfester und isolierender Montur angezogen, was wir dabei hatten. Und so machten wir uns wenig später in Winter- & Regenjacke, Regenhose, Schal, Mütze und Handschuhen auf den Weg zum Wasserfall am Kirkjufell. Dieser befindet sich nur wenige Meter vom Parkplatz entfernt und dort angekommen baute ich auch gleich mein Stativ auf. Was mich erwartete war definitiv „Fotografieren unter erschwerten Bedingungen“: es regnete, der Regen kam gefühlt von allen Seiten, sodass man alle paar Sekunden das Objektiv von den Wassertropfen reinigen musste. Zudem war der Wind nicht gerade schwach, was zum einen dafür sorgte, dass mir die Kapuze samt Mütze vom Kopf flog. Zum anderen sah ich meistens vor lauter wehenden Haaren vor dem Gesicht nichts von dem was ich eigentlich fotografieren wollte. Die Mütze konnte kurz vor ihrem Abflug in Richtung Wasserfall glücklicherweise noch von Simone gerettet werden. Allzu lange wollten wir hier auf jeden Fall nicht verweilen und so entschlossen wir uns zum Abschluss noch zu einem Gruppenfoto vor dem Kirkjufell. Ich hatte die Kamera bereits zuvor auf mein Stativ geschraubt, um einige Langzeitbelichtungen vom Wasserfall zu machen.

Selbstauslöser aktiviert und in Pose geworfen. Zur Sicherheit mal noch ein zweites Bild gemacht und da passierte es: Kamera und Stativ, die etwa fünf Meter von uns entfernt standen, wurden von einer starken Windböe erfasst und fielen vor meinen Augen auf den schwarzen Lavasteinboden. Ein echter Schockmoment, wie vor allem die Fotografen unter euch sicherlich nachvollziehen können. Mal wieder hatte ich Glück im Unglück und der ND-Filter, den ich vorne auf das Objektiv geschraubt hatte, hat das Gröbste abgefangen. Ein paar Kratzer hat er leider davon getragen und ich werde um eine Neuanschaffung nicht herum kommen, aber zum Glück ist Kamera und Objektiv nichts weiter passiert.

Auf unserem weiteren Weg über die Halbinsel Snaefellsnes hielten wir als Nächstes an einem schwarzen Sandstrand, an dem auch wieder Windbedingungen der besonderen Art herrschten.

Anschließend führte unser Weg einmal quer über die Halbinsel an die Südküste nach Arnarstapi. Dort angekommen, machten wir noch kurz Mittagsrast im Auto und warteten bis sich alle wieder aufgewärmt und unsere Kleidung zumindest teilweise wieder getrocknet war.

Doch ab hier versprach sich das Wetter dann zumindest auch ein bisschen zu bessern und so wanderten wir ein Stück die schwarze Steilküste entlang bis hin zum Felsentor Gatklettur.

Zum Abschluss unserer Rundfahrt machten wir noch Halt im durch sämtliche Reiseführer bekannten Örtchen Budir. Wobei Örtchen noch übertrieben ist. Tatsächlich befindet sich hier genau ein kleines Hotel und die wohl meist fotografierteste Kirche der Insel, die schwarze Kirche von Budir. Aber auch sie fällt für eine Kirche eher klein aus und ich würde sie vielmehr als Kapelle bezeichnen.

Je länger wir dort waren, desto schöner wurde das Wetter und auch das Licht. Es war zwar erst ca. 16:30 Uhr (Sonnenuntergang ist auf Island derzeit ca. um 19:45 Uhr), aber trotzdem wurde das Licht schon deutlich sanfter und wärmer, was das Fotografenherz natürlich höher schlagen lässt. Zumal wir seit unserer Ankunft wahrlich noch nicht oft die Sonne gesehen haben. Und so ließen wir uns dort noch ein bisschen treiben und genossen einfach unseren Urlaub.

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