Seljalandsfoss, Skógafoss & Gljúfrafoss

Eigentlich wollten wir heute auf den Vulkan Fagradalsfjall wandern, der vor drei Tagen ausgebrochen ist. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, so etwas live zu erleben. Leider kam dann heute morgen die Meldung, dass die gesamte Reykjarnes-Halbinsel, auf der sich der Vulkan befindet, abgesperrt wurde. Es treten zu viele giftige Gase aus, sodass es aktuell zu gefährlich ist, das Gebiet zu betreten.

Aber wenn wir eines mit dieser Reise gelernt haben, dann ist es, flexibel zu sein und so änderten wir unseren Plan eben kurzfristig.

Eine nicht weniger schöne Tour mit eindrucksvoller Natur stand uns bevor, denn es ging zu den Wasserfällen im Süden Islands.

Unseren ersten Stopp machten wir am Seljalandsfoss, einem 60 m hohen Wasserfall, der die Besonderheit hat, dass man auch dahinter gehen kann. Allerdings sollte man dabei kein Problem mit Nässe haben. Wir zogen also alles an wasserdichter Kleidung an, was wir hatten und los ging’s.

Auch den schmalen Weg, der uns hinter den Wasserfall führte und eine atemberaubende Kulisse (inkl. Gratis-Dusche) bot, ließen wir uns natürlich nicht entgehen.

Weiter ging es dann zu einem der wohl bekanntesten Wasserfälle der ganzen Insel, dem Skógafoss. Auch hier wurden mehrere Szenen u.a. der Serien Vikings und Game of Thrones gedreht.

Dort angekommen, warteten wir erstmal einen kleinen Hagel-Schneeschauer ab, bis wir aus dem Auto ausstiegen. Heute war das Wetter nämlich zum ersten Mal seit unserer Ankunft so richtig typisch isländisch. Nicht umsonst besagt ein Sprichwort: „Wenn dir das Wetter auf Island nicht passt, dann warte einfach fünf Minuten.“ Und genau das taten wir. Als die Sonne wieder zum Vorschein kam, was bisher noch bei keinem unserer Ausflüge der Fall war, machten wir uns auf den Weg.

Normalerweise sind hier ganze Busladungen von Touristen, aber heute war unser Auto mal wieder ganz allein auf dem großen Parkplatz. Reisen zu Corona-Zeiten hat definitiv Vorteile: die Insel wird wohl nie wieder so menschenleer sein wie momentan.

Zunächst machten wir einige Fotos unten vor dem Wasserfall.

Anschließend stiegen wir noch die gefühlt 500 Stufen rechts davon nach oben zu einem Aussichtspunkt. Hatte ich schon mal erwähnt, dass es hier windig ist? Heute war es schon viel mehr ein Sturm, der über die Insel fegte. Wir wurden auf der Aussichtsplattform förmlich von links nach rechts geweht und auch dieses Bild zeigt die Windverhältnisse ganz gut, wie ich finde.

Der dritte und letzte Wasserfall, den wir heute besuchten, war der Gljúfrafoss. Dieser liegt eigentlich ganz in der Nähe des Seljalandsfoss, also fuhren wir nochmal dorthin zurück und gingen zu der kleinen Höhle, die den Eingang zum Gljúfrafoss darstellt.

Man muss ein paar Schritte durch den kleinen Flusslauf machen, um in die Höhle zu gelangen, aber es lohnt sich definitiv. Was für ein mystischer Ort, die gesamte Höhle ist vom Sprühnebel des Wasserfalls erfüllt, der dort aus ca. 40 Metern in die Tiefe stürzt.

Diese einzigartige Tour voller atemberaubender Natur, beeindruckender Wasserfälle und Islands einzigartigem Charme entschädigte definitiv für die ausgefallene Vulkanexpedition, die wir mit etwas Glück gegen Ende der Woche noch nachholen können.

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