13. März 2021, 03:20, der Wecker klingelt. Was für eine unmenschliche Zeit, doch ist der Grund des frühen Aufstehens heute ein ganz besonderer und entschuldigt alle Unannehmlichkeiten: es geht in den Urlaub, endlich!! Euphorisch klettere ich aus dem Bett und packe die letzten Dinge in meinen Koffer.
Doch schon wenige Minuten später sollte meine Freude jäh zerstört werden. Beim Blick auf mein Handy erwartete mich in etwa folgende Nachricht unseres Airbnb-Hosts: „Leider habe ich schlechte Nachrichten für euch. Die Gäste, die gestern aus der Unterkunft ausgecheckt haben, wurden positiv auf das Corona Virus getestet, weshalb ich euch leider nicht beherbergen kann.“
Als ob eine wegen Corona um ein Jahr verschobene Reise, ein von einem Non-Stop Flug auf einen 1-Stop Flug über Amsterdam umgebuchter Hinflug und ein bereits zweimal stornierter und neu gebuchter Rückflug noch nicht genug wären. Obwohl mich bei dieser Reise eigentlich mittlerweile gar nichts mehr schockiert, muss ich zugeben, damit hätte selbst ich nicht mehr gerechnet. Aber was hilft es, eine Entscheidung muss her und zwar zeitnah. So checkte ich zwischen Koffer packen und Zähne putzen die Verfügbarkeit möglicher Ersatzunterkünfte. Glücklicherweise hatte ich meine Favoritenliste dazu noch aus dem Vorjahr gespeichert und so kam es, dass ich mitten in der Nacht Xavier kontaktierte, den Vermieter eines schönen Holzhauses, unweit unserer eigentlichen Unterkunft. „Warten wir mal ab, bis wir in Amsterdam zwischenlanden“ sagte ich zu meinen beiden Mitreisenden, Simone und Sandra, „vielleicht haben wir dann ja schon eine Rückmeldung.“ Doch ich hatte nicht mit der nächtlichen Aktivität von Xavier gerechnet, denn bereits wenige Minuten später hatte ich eine Nachricht in meiner Airbnb-Inbox, in der er uns die Buchung bestätigte. Kaum zu glauben, aber auch wir dürfen mal Glück (im Unglück) haben und so ging es los zum Flughafen.

Dort angekommen, ging es für uns erstmal ins „Test & Fly“-Corona-Testzentrum für einen Antigen-Schnelltest, den wir für unseren Zwischenstopp in den Niederlanden benötigen. Bereits 30 Minuten später konnten wir erneut aufatmen, denn das Ergebnis lautete: negativ! Weiter ging es zum Check-In und zur Gepäckaufgabe. Um 6:30 durften wir dann an Board der KLM-Maschine, die wenig später bei starkem Südwestwind abhob. Wie ein Auto, das über eine vereiste Straße schlittert, so ähnlich fühlte es sich an, als unser Flugzeug auf der Startbahn beschleunigte. Kein besonders angenehmes Gefühl für jemandem wie mich, die eh nie das entspannteste Gefühl beim Fliegen hat. Allerdings konnte nichts und niemand am heutigen Tage mehr das Glücksgefühl trüben, das ich hatte, weil wir nun tatsächlich unsere lang ersehnte Reise antreten konnten.
Nach ca. 1h 15min Flugzeit landete die Maschine ebenfalls bei starkem Wind etwas unsanft in Amsterdam. Zugegeben, hatte ich beim Blick aus dem Fenster etwas Bedenken, die doch stark schwankenden Tragflächen könnten zuerst am Boden aufsetzen. Aber zum Glück ist alles gut gegangen und uns erwartete ein knapp vierstündiger Aufenthalt am Schiphol-Airport.


Da wir offene Geschäfte aufgrund des nun bereits seit gut vier Monaten anhaltenden Lockdowns gar nicht mehr gewohnt waren, nutzten wir die Zeit, um etwas am Flughafen zu flanieren. Neben ein paar Blumenzwiebeln, kauften wir außerdem eine Flasche Sekt. Dieser Urlaub hat es definitiv verdient, gefeiert zu werden!
Gegen Mittag ging es dann weiter mit Icelandair in Richtung Island. Da das Flugzeug noch nicht mal halb voll besetzt war, nutzte ich die Gelegenheit, mich kurz vor Landung auf die andere Seite ans Fenster zu setzen, um den Landeanflug auf die Insel in vollen Zügen genießen zu können.

Vorbei am größten Gletscher Europas, dem Vatnajökull, flogen wir anschließend direkt über den Vulkan Eyjafjall, dessen Ausbruch im Jahr 2010 weite Teile des Flugverkehrs in Nord- und Mitteleuropa lahmlegte. Anschließend landeten wir bei strahlendem Sonnenschein am Flughafen Keflavik.

Geschafft!!! Wir haben es tatsächlich nach Island geschafft! Es dauert wohl noch ein bisschen, bis ich das realisiert habe.
Bevor wir nun aber tatsächlich einreisen dürfen, müssen wir uns direkt am Flughafen dem nächsten Corona-Test unterziehen. Diesmal, zur allseitigen Begeisterung, in Form eines Rachen- und Nasentests. Immerhin kann ich jetzt behaupten, beides mal mitgemacht zu haben, wobei ich auf die Erfahrung Nasentest gerne verzichtet hätte.
Anschließend holten wir unsere Koffer und machten uns auf den Weg zur Abholstation der Autovermietung Bluecar Rental, um unseren Mietwagen, einen roten Suzuki Vitara, in Empfang zu nehmen. Die GPS-Daten von Xavier’s Haus ins Navi eingegeben und schon ging es los über Islands weite Straßen in Richtung Landesinnere.


Auf Island darf man nirgends schneller als 90 km/h fahren, was einem auf den meist schnurgeraden Straßen noch viel langsamer erscheint. Nach knapp zwei Stunden Fahrt erreichten wir unser Domizil.


Obwohl wir so spontan umdisponieren mussten, wurden wir keinesfalls enttäuscht. Im Gegenteil, das auf einem kleinen Hügel gelegene Holzhaus versprüht seinen ganz eigenen Charme und das Ambiente erinnert ein bisschen an eine gemütliche Berghütte.
Entspannt ließen wir den Tag beim Abendessen und einem Gläschen Sekt ausklingen.
Zu späterer Stunde erwartete uns dann noch ein Highlight der ganz besonderen Art. Wir hatten nämlich tatsächlich direkt in unserer allerersten Nacht das unfassbare Glück, Nordlichter in ihren schönsten Formationen beobachten zu können und so wurde auch diese Nacht eine sehr kurze. Aber wer will sich auch schlafen legen, wenn sich draußen solch ein Spektakel bietet. Aber dazu mehr in einem eigenen Beitrag.
Hier nun abschließend noch ein erster Vorgeschmack.




Ich kann es kaum glauben dass wir endlich hier sind und wir die Erfahrung gemeinsam machen dürfen 🥰!
(Naja, mal gucken ob wir uns am Ende vom Urlaub auch noch mögen 😀 haha)
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