Gletscherlagune & Eishöhle

Unser vorletzter Ausflug auf dieser Reise führte uns zur Gletscherlagune Jökulsárlón, wo wir am Vorabend schon zum Polarlichter beobachten waren. Diesmal hatten wir eine geführte Tour in eine Eishöhle gebucht. Am Parkplatz erwartete uns auch schon unser Tourguide Birkir, genannt Biggi, und fünf andere Touristen, vier davon Deutsche. Biggi hieß uns willkommen und erklärte uns, was uns erwartet. Zuvor stellte er uns aber natürlich erst noch die momentan wohl meist gehörte Frage auf Island „Have you already been to the vulcano?“ Leider mussten wir verneinen, erhielten aber im Verlauf des Tages einige nützliche Infos zur Wanderung dorthin von zwei der anderen deutschen Touristen.

Nun ging es aber erstmal los in Richtung Eishöhle. Dazu mussten wir zunächst ca. 30 min mit einem offroad-tauglichen Gefährt querfeldein zurücklegen.

Nachdem wir die „bumpy road“ hinter uns gelassen und gut durchgeschüttelt am Ausgangspunkt der Tour angekommen waren, erhielt noch jeder von uns einen Helm für die Höhle und los ging es. Biggi empfahl uns außerdem, die Jacken im Auto zu lassen, da es heute ein „sommerlicher Tag“ war und wir in den Eishöhlen sonst nur schwitzen würden. Glücklicherweise kann ich das Kälteempfinden der Isländer mittlerweile einigermaßen gut einschätzen und so folgte ich diesem Ratschlag lieber nicht, was sich noch als die richtige Entscheidung herausstellen sollte.

Der Weg zur Eishöhle führte erstmal für ca. 30 weitere Minuten über Lavagestein und felsiges Terrain. Biggi erklärte uns währenddessen einiges über den Gletscher und die Entstehung der Eishöhlen.

Und dann waren wir auch schon da, am Eingang der imposanten Höhle, die sich inmitten des Gletschers geformt hatte.

Alleine waren wir hier jedenfalls schon mal nicht. Direkt am Eingang stand ein Drohnenpilot, der gerade sein Fluggerät für einen Höhlenrundflug einsatzbereit machte. Auch weiter im Inneren trafen wir noch auf einige andere Fotografen und Höhlenbesucher. Biggi führte uns mit Stirnlampe bis ans hinterste Ende der Höhle, wo es zunächst fast komplett dunkel erschien. Nach einigen Minuten hatten sich die Augen aber an die Dunkelheit gewöhnt und durch das Eis, das uns von allen Seiten umgab, wirkte dieser Ort plötzlich heller als anfangs vermutet.

Wir hatten nun ausgiebig Zeit, uns umzusehen, zu fotografieren oder einfach nur die gewaltigen Eiswände zu bewundern, die mich an Schuppen eines riesigen Eisdrachen erinnerten.

Was für ein Erlebnis! Ich hätte noch Stunden hier verbringen können. Richtig kalt war es übrigens tatsächlich nicht, auch wenn die dicken Eiswände etwas anderes vermuten lassen. Froh um meine Jacke war ich aber trotzdem. Nach ca. einer Stunde Aufenthalt in der Höhle ging es wieder zurück. Auf dem Rückweg zur Gletscherlagune hatten wir dann auch noch das unfassbare Glück, Rentiere zu sehen, die gerade vor uns die Straße überquerten.

Ich wusste zwar, dass es diese nordischen Tiere hier gibt, jedoch nicht überall auf der Insel und auch nicht allzu häufig. Umso mehr freute ich mich und würde sogar behaupten, diese Beobachtung zählt zu den Highlights des gesamten Urlaubs.

Bevor dieser tolle und ereignisreiche Tage zu Ende ging, machten wir noch einen kleinen Abstecher zum sog. Diamond Beach, der sich direkt auf der anderen Straßenseite der Gletscherlagune befindet. Seinen Namen trägt er, weil an diesem Strand die kleineren und größeren Eisblöcke des Gletschers zunächst raus aufs Meer getrieben und dann wieder angespült werden. Da sie permanent vom Wasser umspült werden, ist jeder von ihnen einzigartig geformt und so manch einer sieht tatsächlich aus wie ein Diamant auf dem schwarzen Sandstrand.

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